Wahre Schönheit kommt von innen........

....der Rost auch (fast immer)

Solange ich T3 fahre, solange jage ich den rotbraunen Nager kreuz und quer durchs Auto (vorher habe ich ihn durch unsere Capris gejagt). Rost ist für mich der einzig ernstzunehmende Verschleißfaktor, alle anderen Probleme am Auto lassen sich nämlich abschrauben.
Das Problem "Rost auf freier Fläche" kann dabei getrost vernachlässigt werden, denn der ist einfach zu beseitigen.

Was also tue gegen den Rost im Falz, in Üpperlappungen usw..
Meist habe ich an diesen Stellen einfach abgewartet und dann wenn es wirklich durch war die betroffenen Bleche großzügig ausgeschnitten und ersetzt. Im Zuge einer Restaurierung ist das auch das einzig Wahre, beim Falzrost kommt man aber schnell an den Punkt an dem man aus rep.blechen eine neue Karosse baut.........
Unbefriedigend ist es auch wenn man vom frühesten Stadium (dem fast rostfreien Auto nämlich) an zusehen muß wie einem das Alltagsauto oder der Klassiker von morgen quasi unterm Hintern wegrostet.
Falzrost wird meist erst erkannt wenn der Rost schon ganz zart von aussen sichtbar wird. An meinen VW Bussen T3 ist das so. Dieser Rost kann jetzt in der Regel nicht mehr vollständig entfernt werden. Die chemische Keule soll es jedoch ermöglichen diese Roststellen zu passivieren und ein weiterrosten zu verhindern.

 

Ich gewinne aus alldem folgende Erkenntnis:

-keine total exotischen Produkte, ich sehe auch bei den Mega-Exoten keine Sensationen, warum also Dinge einsetzen über die weder mir noch sonstjemandem echte Erfahrungen vorliegen.

-Produkte die Aushärten also herkömmliche Grundierungen und Rostumwandler die auch gleichzeitig eine Grundierungsschicht (in einem Arbeitsgang) hinterlassen kommen nur für Rost auf der freien Fläche in Frage.

-Hohlraumwachse sind am Neuwagen ok, gegen Rost oder um Rost zu versiegeln sind sie ungeeignet.

-An Stellen (Unterboden, Kanten, Falze, Rahmen))an denen kein Blattrost vorhanden ist sind Farbkriechöle (die nur bedingt überlackierbar sind also letztlich keine Top Oberfläche ermöglichen) mE die beste Lösung. Ich setze hier Owatrol ein. Owatrol ist mit 1K Lacken überlackierbar.

-Falze und Hohlräume in denen ich am Bus auf jeden Fall massiven Rost, also Blattrost, erwarte sollten mit einem Produkt behandelt werden das ewig weiterkriecht. Daß diese Behandlung regelmäßig wiederholt werden muß ist klar. Ich halte es für gefährlich Hohlräume mit irgendetwas zuzukleistern unter dem es dann evtl weiterrostet. Hier werde ich FluidFilm einsetzen, die Viskosität des Produkts entspricht in etwa Getriebeöl, es stinkt nur nicht. FluidFilm ist keine dauerhafte Versiegelung.

-Zum Versiegeln des Unterbodens denke ich an Mike sanders Fett, das Zeug hat überall sehr gute Kritiken und kann ähnlich wie herkömmliches Hohlraumwachs verarbeitet werden. Allerding muß es zur Verarbeitung auf 90° erwärmt werden.(Man tut also gut daran eine Druckbecherpistole zur Verarbeitung einzusetzen die man auf einer Elektrokochplatte auf Temperatur halten kann. Sowas habe ich zB bei TBS in Aachen gesehen.)Mike Sanders soll jedoch sehr gut weiterkriechen, und das ist das Wichtigste. Zurück bleibt allerdings eine klebrige Oberfläche.

-Fertan ist der einzige Rostumwandler der nach meinem Kenntnisstand keine Rückstände außer passiviertem Rost hinterlässt. Es schadet also nicht das mal vorher durch die Hohlräume zu blasen. Was es bringt ist sehr schwer zu beurteilen.
Das ganze Geflenne über Fertan kann ich mittlerweile nicht mehr ertragen. Eins funktioniert bestimmt nicht : Fertan in alle Hohlräume, spülen, Grundierung hinterher und fertig - Auto rostfrei. So bestimmt nicht. Fertan wrd den Rost umwandeln den es erreicht und es bleibt bestimmt Rost irgendwo im Hohlraum zurück, jetzt Grundierung drüber und wir sind auf dem Weg zum GAU. Der verbliebene Rost wird sich seinen Weg durchs Blech suchen. Feuchtigkeit ist zumindest durch Kondensation vorhanden. Ich denke aushärtende Produkte wie die eben genannte Grundierung haben im Hohlraum eines "alten Schätzchens" nix verloren.

 

Soweit also mein Kenntnisstand, meine Erfahrungen, basierend auch auf einigen Fehlern die ich in den letzten 15 Jahren gemacht habe. Habt Ihr eigene Erfahrungen gemacht ? Seht Ihr Fehler in meinen Erkenntnisse ? Ich lerne gerne von Euch ! Mailt ! Vielleicht gelingt es uns so irgendwann aus einer Rostkarre einen rostfreien Klassiker zu machen.

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Das was auf den oberen Bildern zu sehen ist kennen wir alle zur Genüge. So siehts unter jedem T3 aus. Das Frontblech ganz links habe ich mit FluidFilm behandelt, da der Rost hier schon im Falz steckt. Interessant ist, daß - siehe 2tes Bild- das FluidFilm den alten Bitumenunterbodenschutz anlöst und somit wieder aktiviert. Der Regler auf Bild 3 und viele andere Anbauteile sind ein klarer Fall für Fertan. Den Rahmen auf Bild 4 werde ich zuerst aüßerlich mit Owatrol behandeln, dann FluidFilm innenrein und danach von außen Mike Sanders drüber.